Sonntag, 4. Mai 2008

Festivals are the strangest things.

Letztens wurde ich gefragt, ob ich für den Festivalplaner der Wiener Jugendinfo, "Sun & Gatsch", eine kleine Eröffnungskolumne verfassen wollen würde. Nichts lieber als das. Damit das Ergebnis auch online steht: here we go.

Festivals are the strangest things.

Der menschliche Körper, so erklärte mir ein „Nutritionist“ (neudeutsch für Ernährungswissenschafter), hat sich nicht in der selben Geschwindigkeit entwickelt wie die menschliche Zivilisation und ihre Kulturen. Deshalb sind neuerdings um sich greifende Dinge wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten (etwa Lactose-Intoleranz) etwas völlig Logisches. Deshalb ist die Fastfoodisierung, die fleischlastige, gemüse- und obstarme Ernährung der Jetztzeit so besonders „böse“ für unseren Körper. Sie ist schlichtweg „unnatürlich“, wir sind nämlich noch massiv auf „Steinzeit“ programmiert - und damals sah die Futter-Welt ja fraglos etwas anders aus.

Ja, eh. Aber immerhin: Die Rückbesinnung gibt es zumindest einmal im Jahr, wenn der Sommer uns überkommt. Dann greifen die urtümlichen Instinkte des Menschen um sich. Die unbändige Sehnsucht nach Frischluft und Natur. Das bewusste Zurschaustellen des nackten Körpers. Das lustvolle Übernachten im Freien. Die spontane Rudelbildung. Der massiv steigende Jagdinstinkt. Die vonstatten gehenden Rangordnungs-, Beeindruckungs- und Hahnenkämpfe (zumindest symbolische, begleitet vom „männlichen Beschützerinstinkt“). Das sprichwörtliche Opfern des letzten Hemdes zugunsten der Ermöglichung fortgesetzter Nahrungsmittelzufuhr. Das Aufführen von rituellen Tänzen (gern auch zur Vertreibung böser oder Herbeiholung guter Geister). Von Tausch- und Paarungsritualen (sowie deren Vermischung) ganz zu schweigen.

Für kurze Zeit lassen sich dann die Errungenschaften der sogenannten Zivilisation voll und ganz ausblenden und der Geist wird eins mit dem Körper: Er folgt seiner Programmierung und Bestimmung in eine längst vergessene Periode menschlichen Daseins. Die damit einhergehenden Glücksmomente erzeugen die Bestätigung: Wie gut, dass es den Sommer mit seinen Begleiterscheinungen gibt!

Musik? Nebensächlich. Das ist schließlich eine kulturelle Ausgeburt dieser Hölle namens Zivilisation. Irgendwie. Andererseits… schon mal überlegt, dass die Wortschöpfung „Rock and Roll“ das alles zusammen ziemlich gut auf den Punkt bringt?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen