Donnerstag, 18. Dezember 2008

Hoi An.

Drei Tage fuer eine Kleinstadt wie Hoi An auf seiner Reise durch Vietnam vorzusehen, mag anfangs etwas uebertrieben scheinen. Mittlerweile fuehlen wir uns aber dafuer bestaetigt und hier schon richtig heimisch. Kleine Strassen, ein belebter Markt, eine gemuetliche Groesse und wiederum auesserst stylish eingerichtete Bars, Cafes und Restaurants... Hoi An hat was. Die frueher bluehende Handelsstadt scheint die letzten 200 Jahre verschlafen zu haben - und profitiert daher von den japanischen, chinesischen und franzoesischen Einfluessen von damals mit einem immer noch bestehenden, charmanten Altstadtcharakter.

Die Hauptsache sind aber die vielen tapferen Schneiderlein in der Stadt. Es gibt eine schier unueberschaubare Menge an Geschaeften und Schneidereien, die zu unfassbar guenstigen Preisen bei ausgesprochen hoher Qualitaet binnen eines Tages jedes beliebige Muster, jedes Foto, jede Skizze, jeden Katalogausschnitt zu einem handgefertigten Kleidungsstueck mit selbst gewaehltem Stoff in der Lieblingsfarbe verarbeiten. Fragt besser nicht nach Copyrights.

Nora hat einen Tag mit leichtem Fieber (... die ewigen viel zu stark eingestellten Klima-Anlagen... ) dank einer kraeftigen Dosis Paracetamol schnell und gut ueberstanden und sich dafuer umso heftiger dem Einkaufsfieber ergeben. Das Ergebnis sind geschaetzte siebzehn Hosen, dreiundzwanzig Kleider und zwoelf Maentel... oder so. Aber selbst ich habe mich hinreissen lassen und einen tiptop-sitzenden Anzug und eine laengst faellige Winterjacke abgestaubt. Erwartet eine spektakulaere Post-Einkaufsrausch-Modeschau! Ich hoffe hingegen, dass uns nicht der Zoll- und Grenzschutz erwartet *g*. Denn neben am Koerper sitzenden Textilien gibt es hier auch noch jede Menge weitere Verwertungsmoeglichkeiten fuer das Zeug, zum Beispiel auf feschen asiatischen Lampen. Haben wir auch ein paar, jetzt.

Dazwischen haben wir uns einen kleinen "Kochkurs" fuer vietnamesische Kueche gegoennt. Eine ausgesprochen spaszige Angelegenheit mit wirklich vielen nuetzlichen Tipps fuer Zuhause. Das sollte dem zurueckgebliebenem Heimatvolk ueber kurz oder lang auch zugute kommen *g* .

Apropos Essen. Hier gibt es nicht nur die klassisch-asiatische Kueche, sondern auch die von der franzoesischen Kolonialzeit beeinflusste Sueszspeisen-Abteilung. Und so kommt es, dass wir in einer phantastischen Patisserie (The Cargo Club) eine laengst faellige Dosis leckersten Schokokuchen bekommen haben. Jetzt eben kommen wir aus einer schicken Lounge mit Café-del-Mar-Lebensgefuehl und –Musik namens "lo": Essen und Trinken im Liegen, in einem mit sehr viel weiss stilsicher ausgestatteten Plaetzchen mit Blick auf den Fluss.

Morgen gehts per Bus weiter in die alte Kaiserstadt Hue. Soll auch schoen sein, aber nicht ganz so viele Shoppingmoeglichkeiten haben. Fuer die zu tragende Gepaeckmenge vielleicht ein Vorteil. Zuerst aber nochmal zurueck in den Shop, sagt Nora. Mindestens noch eine Tasche kaufen, wo der ganze Krempel reinpasst...

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