Montag, 29. Dezember 2008

Luang Prabang.

Ich muss einige "Vorurteile" zurücknehmen. Der Flughafen von Vientiane hat neben dem Internationalen Teil auch einen Domestic-Teil und der ist ein besserer Busbahnhof. Unser Abflug nach Luang Prabang ist spontan um eine Stunde vorverlegt worden, wir kommen somit gerade noch rechtzeitig um direkt aufs Flugfeld zu hatschen und in die dann gar nicht sooo alte und klapprige Propeller-Maschine zu steigen. Ein sanftes Abheben und einen schönen, kurzen Flug über wunderschöne Landschaft später sind wir am Ziel und werden mit einem ganztägigen Regenguß begrüßt. Sei´s drum, wir haben uns bereits entschlossen, hier ein paar Tage zu bleiben und erst am 30. Dezember direkt per Bus retour nach Vientiane zu fahren.

Luang Prabang, zu monarchischen Zeiten bis in die 70er-Jahre die Residenz des laotischen Kaisers, ist zauberhaft. Gerade einmal 30.000 Einwohner; geschmückt mit vielen, bunten Wats, hunderten orange betuchten Mönchen und Novizen. Hier gibt es zwangsläufig viel zu sehen und zu erleben. Am ersten vollen Tag "erledigen" wir zahlreiche Tempel samt Tempelberg Phou Si, den alten Kaiserpalast und genießen die Atmosphäre der Hauptstraße mit ihrem belebten Nachtmarkt und einer Unzahl an fesch ausgestatteten Cafés und Restaurants - und wir legen das Programm für die nächsten beiden Tage fest. Abends besuchen wir in einem Jugendzentrum ein Tanz- und Puppentheater, dass aus einem Sozialprojekt entstanden ist. Hier werden zu Beginn nach buddhistischem Brauch Bänder geweiht und uns als Glücksbringer für das neue Jahr um das Handgelenk gebunden. Nehmen wir gerne :-).

Da nämlich übersiedeln wir rund 15km ostwärts in ein echtes Dschungelcamp. Ich bin kein Star, also muss ich hier auch nicht rausgeholt werden: Wir sind hier per Tuktuk eine Stunde rausgefahren, um uns in die natürliche Umgebung der hier ansässigen Elefanten zu begeben. Laos hieß früher ganz offiziell "Land der Millionen Elefanten" - nur noch wenige tausend sind davon übrig. Von denen wiederum sind oder waren viele lange Zeit als "Nutztiere" in der Forstwirtschaft unter oftmals harten und quälerischen Bedingungen im Einsatz. Wohltuend dagegen die "Arbeit" die sie nun haben: Touristen auf ihren Rücken eine Runde durch die Gegend zu schleppen.

Die anfängliche Skepsis (von wegen Tierquälerei) weicht in den zwei Tagen unter Elefanten und ihren Betreuern sichtlich großer Begeisterung. Die Tiere haben ganz offenkundig großen Spaß - und wir auch. Wir reiten zunächst als Begleiter auf einer königlichen Bank am Rücken, dann höchstselbst im Nacken, spüren ein wenig Jurassic Park-Atmosphäre und füttern sie mit Bananen, Bambus und Zuckerrohr. Wir lernen die wichtigsten Kommandos und werden dabei ständig von den "Hütern" der Elefanten, den Mahouts, sowie unserem persönlichen Führer Pat begleitet.

In einer Elefanten-"Pause" fahren wir mit einem kleinen Transportboot den Nam Khien-Fluss entlang zum Tad Sae-Wasserfall, der zwar in seiner Größe nicht mit seinen isländischen oder österreichischen Kollegen mithalten kann, dafür aber anders zu beeindrucken weiß: Über viele kleine Steine und Inselchen lässt sich der Wasserfall in zahlreiche kleine Becken herab und bildet "Pools", in denen man sich auch vorzüglich abkühlen kann.

Ein rundherum tolles Erlebnis wird abgerundet durch die kleine Holzhütte, in der wir die ruhigste Nacht des Urlaubs verbringen - und das umringt von einer beeindruckenden Sternenkulisse. Das Weltall und der gerade aus der Neumondphase getretene Erdtrabant sind mir noch nie in meinem Leben so dreidimensional erschienen, haben mich noch nie so derart gefesselt wie hier. Die unendliche Tiefe des Raumes wird hier spür- und greifbar. Auch in Mitteleuropa gibts schöne Sternenhimmel, aber das hier ist eine Kategorie drüber. Es ist anders, es ist fantastisch.

Am nächsten Tag baden und schrubben wir die 40 bis 60jährigen Elefanten-Damen nach einem frühmorgendlichen Ritt aus dem dschungeligen Elefantencamp im Nam Khien und brechen gegen Mittag schweren Herzens wieder Richtung Stadt auf.

Abends decken wir uns am Nachtmarkt noch mit diversen Textilien und Decken ein und finden langsam großen Spaß am laotischen Nationalsport: Handeln. Morgen beginnt dann die mühselige, mehrteilige Rückreise ins Heimatland. Dranbleiben :-)

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