Donnerstag, 16. Juli 2009

Amadeus, Amadeus (2).

Gestern, am 15. Juli, fiel mit der Pressekonferenz zu den diesjährigen Amadeus Awards der offizielle Startschuss zum neu positionierten, neu gestalteten, österreichischen Musikpreis. Die ersten Reaktionen darauf fallen durchwegs positiv aus. Die bewusst versuchte Integration vor allem der Kritikerpresse, das Suchen des Dialoges mit deutlich mehr musikalisch-szenischen Gruppierungen als bisher - all das scheint in Ansätzen zu fruchten.

Nominierungspolitik
In acht auch international vergleichbaren Genre-Kategorien (Alternative/Rock, Electronic/Dance, Hard&Heavy, HipHop/RnB, Jazz/World/Blues, Pop, Schlager, Volkstümliche Musik) hat diesmal (eine schon im ersten Teil dieser Serie behandelte) Jury eine Vorauswahl zusammengestellt, über die jetzt "das Volk" richten darf. Darüber hinaus gibt es in den Sammelkategorien Album und Song jeweils zwei (von Jurymitgliedern am meisten genannten) Vertreter pro Genre - also insgesamt 16 Nominierungen. Extra: Der FM4 Award (läuft wie bisher).

Flaniert man nun über die Nominiertenlisten, kommt tatsächlich leise Freude auf. Die propagierte Vielfalt, das Eingehen auf die Szenen, das Wertschätzen künstlerischer Qualität - all das findet statt und eröffnet der veranstaltenden IFPI vielleicht gerade jenen Lernprozeß, der ihr letztlich das Überleben sichert (dazu später mehr). Auch und gerade weil gefühlte 80% der Nominierten aus dem Bereich der sichtlich lebendigen Independent-Szene stammen.

Die Statue hat eine neue, modernere, zeitgemäße Form erhalten. Die Website ist einigermaßen standesgemäß, liefert Informationen und deutlich mehr sinnvollen Content als ihre Vorgänger. Auch hier aber fallen Details auf, die noch nicht so ganz im Sinne dessen ist, was kommuniziert wurde.

Das Voting.
Es ist sonnenklar, dass die schwierigste Aufgabe der Neupositionierung darin besteht, das Publikum überhaupt einzubinden. Das Interesse am amadeus war schon bisher enden wollend, nunmehr muss man dem Publikum erklären, dass es anders als bisher mitwählen darf, ja soll. Unverständlich bleibt mir trotzdem der Modus und dessen Logik: Insgesamt sechs Wochen läuft der Voting-Prozess. Abgestimmt werden kann einmal pro Woche (!). Überprüfungen finden via e-mail-Adressen und IP-Adressen statt. Erstversuch: Zwei e-mail-aliasse eingesetzt, zwei Votings abgegeben. Das öffnet Manipulationsversuchen natürlich Tür und Tor. Der Wunsch, möglichst viel Traffic auf sich zu ziehen, steht somit möglicherweise diametral gegenüber dem Willen, Transparenz und Fairness walten zu lassen. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse und hoffe, dass - wenn schon laut Demokratie gerufen wird - auch ein einigermaßen dieses Begriffes würdiges Resultat zu erzielen ist.

Kleine Verbesserungsvorschläge auf der Seite gäbe es auch zuhauf - nur ein Beispiel: Links zu Künstlerseiten, Meinungsreferenzen, Videos, Downloadgelegenheiten (iTunes...) und geklärte Rechte für volle Streams statt der 30-Sekunden-Beschneidung wären das Mindeste, wenn man sich schon als zukunftsorientiert und webaffin outet.

Die an sich supere Idee, mittels Widgets praktisch jedem die Möglichkeit zu geben, auf seinen Blogs, Web- und Fanseiten wählen zu lassen, freut wohl vor allem den Sponsor (der kommt so überall vor) und das technikaffine Publikum. Auch hier hoffe ich, dass die Effekte positiv sind, die Breitentauglichkeit wird sich damit trotz Einbindung der Kommunikationskanäle von heute (Facebook, myspace et al) wohl noch nicht erreichen lassen. Was dazu naturgemäß fehlt ist ein schwergewichtiger Medienpartner, auf dem sich viele potentielle Leute aus den Zielgruppen tummeln.

Dilemma
Und hier kommen wir zu einem potentiellen Kernproblem des "gut gemeinten" Amadeus 2009: Durch die Szeneneinbindung läuft man Gefahr, an der "breiten" Öffentlichkeit völlig vorbei zu arbeiten und den Preis erst recht in der Bedeutungslosigkeit versinken zu lassen. Und warum? Weil diese keine österreichischen Stars hat, mit denen sie eine Identifikation herstellen könnte. Allerdings war das schon bisher das Problem der Preisverleihungen. Mit Christina Stürmer fehlt der einzige echte Star in der Nominiertenliste vollständig, was je nach Befragtem mit Unverständnis und Amüsement zur Kenntnis genommen wird.

Trotzdem: Der Schritt war notwendig und womöglich der einzig richtige. Der Mut, die Szenen in die breite Öffentlichkeit zu tragen, erfordert aber trotz aller Web2.0-Applikationen eine Medienlandschaft, die dies vervielfältigt.

In zehn Jahren Amadeus habe ich noch nie so sehr kopfnickend die Nominierungen im "Pop"-Fach (und anderen) goutiert. Es wäre schön, wenn das die hierzulande dominanten Medienhäuser genauso sähen und mitspielen, dem Amadeus die Chance und Zeit geben, tatsächlich Relevanz zu erlangen. Die dadurch zumindest ansatzweise auch entstehbare internationale Wertschätzung ist die einzig mögliche Rutsche, aus dem "Musikland Österreich" tatsächlich wieder ein solches zu machen. Fortsetzung folgt.

www.amadeusawards.at

Samstag, 11. Juli 2009

Zucchini-Carpaccio auf Rucola-Salat

Jaja, ich schreibe zu wenig. Den ständigen, berechtigten Klagen kann ich nur eines entgegensetzen: Das Leben selbst mehr in den öffentlichen Blickpunkt zu rücken. Soll sein. Ich enthülle hiermit also das Geheimnis, dass Kochen, Experimentieren mit Lebensmittel und Geschmacksnuancen, das Zubereiten einer verdienten Abendmahlzeit und all sowas mir Freude bereitet. Mehr noch, es ist ein schöner, entspannender Ausgleich, wenn man so will. Ein Vergnügen, regelrecht, für das ich mir wohl viel zu selten Zeit nehme.

Kurzerhand sei also das gestern servierte leichte Abendmahl verraten.

Zucchini-Carpaccio auf Rucola-Salat

Reichlich Rucolasalat bietet die Grundlage. Eine reife und daher weiche und leckere, in dünnen Scheiben geschnittene Avocado lege ich kreisförmig darüber. Ein paar Stück mittelgroßer Garnelen werden mit Chili und etwas Salz gewürzt und in der Pfanne angebraten. Außerdem dazu: Zucchini-Carpaccio. Mit einem Gemüseschäler lassen sich prächtig dünne Scheiben schneiden, die kurz in der Pfanne mit Olivenöl geschwenkt und mit Pfeffer und Salz gewürzt werden. Der Salat ist also mit warmen Zutaten versetzt, bietet damit noch die optimale Grundlage für etwas geriebenen Schafskäse, der nunmehr die Decke bildet.

Als Dressing nehme ich einen Teelöffel Dijon-Senf, den Saft einer halben Zitrone, Pfeffer und Olivenöl. Gut abgeschmeckt - eventuell noch mit einem Tick Wasser verdünnt - und vorsichtig (spritzerweise mit einem kleinen Löffel) drüber über den warmen Salat damit. Lecker.

für 2 Personen
Rucola-Salat
1 reife Avocado
8-10 Garnelen
1 Zucchini
Feta (Schafskäse)
1/2 Zitrone
Dijon-Senf
Olivenöl, Gewürze